Veröffentlicht am Mai 17, 2024

Der Wechsel zur QR-Rechnung zwingt viele zur Kasse, doch das muss nicht sein. Dieser Leitfaden zeigt, dass der Schlüssel nicht im Online-Banking liegt, sondern im richtigen Umgang mit bewährten, analogen Wegen wie dem Zahlungsauftrag per Post. Wir erklären Schritt für Schritt, wie Sie Gebühren vermeiden, typische Fehler bei Daueraufträgen erkennen und sich vor Betrug schützen – ganz ohne digitalen Stress.

Der vertraute rote Einzahlungsschein ist Geschichte, ersetzt durch ein schwarz-weisses Quadrat auf der neuen QR-Rechnung. Für viele, die ihre Rechnungen traditionell am Postschalter beglichen haben, bedeutet diese Umstellung vor allem eines: neue Gebühren. Man fühlt sich schnell unter Druck gesetzt, auf E-Banking oder Mobile-Banking umzusteigen, auch wenn man das gar nicht möchte oder sich damit unsicher fühlt. Die Sorge, etwas falsch zu machen oder Opfer von Betrug zu werden, ist verständlicherweise gross.

Die gängige Antwort lautet oft, man solle sich digitale Hilfe von der Familie holen oder einfach eine App nutzen. Aber was, wenn die wahre Lösung nicht darin besteht, zwangsläufig digital zu werden, sondern die bestehenden, nicht-digitalen Möglichkeiten – die „analogen Werkzeuge“ – richtig zu verstehen und zu meistern? Es gibt sichere und oft kostenlose Wege, Ihre Rechnungen auch weiterhin ohne Computer oder Smartphone zu bezahlen. Es geht um informierte Kontrolle, nicht um technologischen Zwang.

Dieser Leitfaden ist Ihr persönlicher Berater. Wir nehmen uns die Zeit, Ihnen geduldig und klar zu erklären, wie das System der QR-Rechnung funktioniert. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die teuren Schaltergebühren umgehen, wie Sie Fehler bei alten Daueraufträgen korrigieren, die zu Mahnungen führen könnten, und wie Sie eine gefälschte Rechnung erkennen. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Sie Ihre Finanzen auch in der neuen digitalen Welt sicher und selbstbestimmt im Griff haben.

Um Ihnen einen klaren Überblick zu geben, haben wir die wichtigsten Themen für Sie zusammengestellt. So finden Sie schnell und einfach die Informationen, die Sie gerade benötigen.

Wie vermeiden Sie die Schaltergebühren, ohne Online-Banking zu nutzen?

Die wohl grösste Sorge bei der Umstellung auf die QR-Rechnung sind die Gebühren, die bei einer Zahlung am Postschalter anfallen. Viele glauben, der einzige Ausweg sei der Sprung ins kalte Wasser des Online-Bankings. Das ist jedoch ein Irrtum. Es gibt mehrere bewährte und sichere Methoden, Ihre Rechnungen zu bezahlen, die ganz ohne Internet auskommen und oft kostenlos sind. Der Schlüssel liegt darin, die Dienste Ihrer eigenen Hausbank anstelle der Post zu nutzen.

Die eleganteste Lösung ist der schriftliche Zahlungsauftrag per Post an Ihre Bank. Dabei legen Sie einfach Ihre QR-Rechnungen in ein Kuvert, füllen ein Formular Ihrer Bank aus und senden es ab. Die meisten Schweizer Banken bieten diesen Service für ihre Kunden kostenlos oder gegen eine sehr geringe Gebühr an, die deutlich unter den Schaltergebühren liegt. Dieses „analoge Werkzeug“ gibt Ihnen die volle Kontrolle und erfordert keinerlei technische Kenntnisse. Es ist eine bewährte Methode, die lediglich eine Anpassung der Gewohnheit erfordert: den Gang zum Briefkasten statt zum Postschalter.

Eine Hand wirft einen Briefumschlag mit einem Zahlungsauftrag in den Briefkasten einer Schweizer Bank.

Eine weitere Möglichkeit sind die Zahlungsautomaten, die viele Banken in ihren Filialen aufgestellt haben. Diese modernen Geräte sind mit einem Scanner für QR-Codes ausgestattet und führen Sie Schritt für Schritt durch den Prozess. Sie benötigen dafür nur Ihre Bankkarte. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Bank solche Automaten anbietet oder wo sie sich befinden, lohnt sich ein kurzer Anruf bei Ihrem Kundenberater. Für all diese Schritte gibt es zudem wertvolle Unterstützung von aussen.

Ihr Plan zur Vermeidung von Schaltergebühren: 4 Alternativen ohne Online-Banking

  1. Zahlungsauftrag per Post: Legen Sie die QR-Rechnung einem schriftlichen Zahlungsauftrag bei und senden Sie diesen im Kuvert an Ihre Bank. Die meisten Banken bearbeiten dies kostenlos oder für eine kleine Gebühr.
  2. Pro Senectute Unterstützung nutzen: Kontaktieren Sie eine der über 100 Beratungsstellen in der ganzen Schweiz. Die Fachleute helfen Ihnen kostenlos bei der Rechnungszahlung und Administration. Die zentrale Telefonnummer lautet 058 591 15 15.
  3. Vertrauensperson beauftragen: Erteilen Sie einem Familienmitglied oder einer Vertrauensperson eine schriftliche Vollmacht für Zahlungen. Wichtig ist, Haftungsfragen und den Datenschutz im Voraus klar zu regeln.
  4. Zahlungsautomat der Bank nutzen: Viele Banken bieten Automaten mit QR-Scanner an, die ohne Online-Banking funktionieren. Fragen Sie bei Ihrer Hausbank nach Standorten und einer kurzen Einführung.

Der Fehler bei der Umstellung alter Daueraufträge, der zu Mahnungen führt

Ein häufig übersehenes Problem bei der Umstellung sind bestehende Daueraufträge, die noch auf den alten, orangen Einzahlungsscheinen (ESR) basieren. Viele gehen davon aus, dass diese automatisch weiterlaufen, doch das ist ein gefährlicher Trugschluss, der zu verspäteten Zahlungen und ungerechtfertigten Mahnungen führen kann. Das Problem ist weitverbreitet: laut Post-Angaben werden jeden Monat rund 6’000 fehlerhafte QR-Rechnungen verarbeitet, oft wegen solcher Umstellungsfehler.

Der Grund für diesen „Gewohnheitsbruch“ liegt in der Technik: Das System hinter der QR-Rechnung ist grundlegend anders. Ein alter ESR-Dauerauftrag verwendet eine Teilnehmernummer, die mit der neuen QR-IBAN nicht kompatibel ist. Sie erkennen die neue QR-IBAN daran, dass sie an der fünften Stelle eine „3“ enthält (z.B. CHxx 3xxx xxxx xxxx xxxx x). Noch wichtiger ist die Referenznummer: Die alte ESR-Referenznummer und die neue QR-Referenz sind zwei völlig unterschiedliche Systeme und können nicht einfach ausgetauscht werden.

Wenn Sie also einen Dauerauftrag für Ihre Miete oder die Krankenkasse hatten, müssen Sie diesen aktiv löschen und mit den neuen Daten von der QR-Rechnung komplett neu einrichten. Das gilt auch, wenn Sie Ihre Zahlungsaufträge schriftlich an die Bank senden. Prüfen Sie Ihre Vorlagen und stellen Sie sicher, dass Sie die neuen Informationen verwenden. Ein einmaliger Aufwand, der Ihnen viel Ärger erspart. Sollten Sie dennoch eine Mahnung erhalten, die Ihnen ungerechtfertigt erscheint, dokumentieren Sie alles und kontaktieren Sie zuerst Ihre Bank und dann den Rechnungssteller, um das Missverständnis aufzuklären.

  • Prüfen Sie alle Daueraufträge, die auf orangen Einzahlungsscheinen basierten.
  • Löschen Sie die alten Aufträge und erstellen Sie sie mit der neuen QR-IBAN und QR-Referenz komplett neu.
  • Vergleichen Sie die Angaben auf der QR-Rechnung exakt; die alte und neue Referenznummer sind nicht austauschbar.
  • Bei Problemen kontaktieren Sie zuerst Ihre Bank, bevor Sie eine Mahngebühr bezahlen.

Woran erkennen Sie einen manipulierten QR-Code auf einer Papierrechnung?

Die QR-Rechnung ist grundsätzlich ein sicheres System, doch wie bei jeder Technologie versuchen Betrüger, Schwachstellen auszunutzen. Eine der häufigsten Methoden ist erschreckend einfach und gerade deshalb so gefährlich: der sogenannte „Aufkleber-Trick“. Betrüger drucken einen eigenen QR-Code, der zu ihrem Konto führt, auf einen kleinen Aufkleber und kleben diesen unauffällig über den echten QR-Code auf einer ansonsten legitimen Rechnung.

Das Perfide daran ist, dass die Rechnung selbst – zum Beispiel von Ihrer Telefongesellschaft oder dem Stromanbieter – absolut echt aussieht. Nur der kleine schwarz-weisse Code wurde manipuliert. Wenn Sie diesen falschen Code scannen und die Zahlung freigeben, landet Ihr Geld direkt bei den Betrügern. Wie eine Warnung von Banken wie UBS verdeutlicht, ist deshalb eine physische Prüfung der Papierrechnung unerlässlich. Fahren Sie vor jeder Zahlung kurz mit dem Fingernagel über den QR-Code. Spüren Sie eine Kante oder eine andere Materialstruktur, sollten Sie äusserst misstrauisch werden. Oft verraten auch die Ränder eines Aufklebers bei seitlichem Lichteinfall die Manipulation.

Makroaufnahme eines Schweizer QR-Codes, bei der das kleine Schweizer Kreuz in der Mitte des Musters deutlich zu erkennen ist.

Neben diesem Trick gibt es offizielle Merkmale, die eine echte Schweizer QR-Rechnung auszeichnen. Das wichtigste visuelle Sicherheitsmerkmal ist das Schweizer Kreuz. Es muss exakt in der Mitte des QR-Codes platziert und genau 7×7 Millimeter gross sein. Fehlt dieses Kreuz oder wirkt es unscharf oder deplatziert, ist Vorsicht geboten. Prüfen Sie nach dem Scannen (egal ob mit einer App oder am Bankautomaten) immer, ob der angezeigte Empfängername und die IBAN exakt mit den gedruckten Angaben auf der Rechnung übereinstimmen. Bei der geringsten Abweichung oder einem unguten Gefühl: Brechen Sie die Zahlung ab und kontaktieren Sie den Rechnungssteller über eine Ihnen bekannte Telefonnummer.

Software oder QR-Generator: Was ist für 5 Rechnungen im Monat effizienter?

Diese Frage stellt sich normalerweise eher für kleine Unternehmen oder Selbstständige, die selbst Rechnungen erstellen müssen. Für Sie als Privatperson, die Rechnungen empfängt und bezahlt, ist dieser Punkt weniger direkt relevant. Dennoch ist es hilfreich, die Unterschiede zu verstehen, da sie den Aufwand beleuchten, der hinter der Erstellung einer Rechnung steckt. Es gibt im Grunde zwei Wege: kostenlose Online-Generatoren und professionelle Buchhaltungssoftware.

Ein kostenloser QR-Generator ist eine Webseite, auf der man manuell alle Daten eingibt (Empfänger, Betrag, Referenznummer) und die Webseite daraus einen QR-Code zum Ausdrucken erstellt. Das ist praktisch für jemanden, der nur ein- oder zweimal im Jahr eine Rechnung stellt, zum Beispiel für eine Vereinsgebühr. Für mehr als nur eine Handvoll Rechnungen wird dies aber schnell mühsam, da alle Daten jedes Mal neu eingegeben werden müssen.

Eine KMU-Software (wie Bexio, Abacus etc.) ist ein umfassendes Programm, das nicht nur Rechnungen erstellt, sondern auch Kundendaten speichert, Zahlungseingänge automatisch abgleicht und die Mehrwertsteuerabrechnung vorbereitet. Dies automatisiert den Prozess erheblich, ist aber mit monatlichen Kosten verbunden. Der Vergleich zeigt, warum die meisten Unternehmen auf solche Lösungen setzen, sobald sie regelmässig Rechnungen versenden.

Vergleich: QR-Generator vs. KMU-Software für kleine Rechnungsvolumen
Kriterium Kostenloser QR-Generator KMU-Software (z.B. Bexio)
Kosten pro Monat CHF 0.- CHF 29.- bis 79.-
Zeitaufwand pro Rechnung 5-10 Minuten 2-3 Minuten
Speicherung von Vorlagen Manuell (Excel) Automatisch
Zahlungsverfolgung Manueller Abgleich Automatische Verbuchung
MWST-Abrechnung Separate Berechnung Integriert
Empfehlung ab < 10 Rechnungen/Monat > 10 Rechnungen/Monat

Für Sie als Rechnungsempfänger ist die wichtigste Erkenntnis: Egal wie die Rechnung erstellt wurde, die Informationen im QR-Code und im Textformat müssen für Sie klar, leserlich und korrekt sein. Ein professioneller Rechnungssteller wird in der Regel eine Software verwenden, was die Fehlerquote minimiert. Bei Rechnungen von Privatpersonen oder kleinen Vereinen, die eventuell einen Generator nutzen, lohnt sich ein zweiter, genauer Blick auf die Korrektheit der Daten.

Wann lohnt sich eBill als Alternative zur QR-Rechnung für Privathaushalte?

Neben der QR-Rechnung aus Papier hören Sie vielleicht immer wieder von „eBill“. eBill ist die rein digitale Rechnung, die nicht mehr per Post kommt, sondern direkt in Ihrem E-Banking-Portal erscheint. Dort können Sie sie mit wenigen Klicks prüfen und zur Zahlung freigeben. Der grosse Vorteil ist die Bequemlichkeit und Automatisierung. Kein Abtippen von Daten, kein Scannen von Codes – alles ist bereits vorausgefüllt und wartet nur auf Ihre Zustimmung.

Allerdings setzt eBill zwingend ein E-Banking-Konto voraus. Für Personen, die dies nicht nutzen, ist eBill keine Option. Zudem gibt es eine weitere wichtige Einschränkung: Es funktioniert nur, wenn der Rechnungssteller (z.B. Ihr Telefonanbieter) ebenfalls am eBill-System teilnimmt. Obwohl die Nutzung stark zunimmt, sind bei weitem nicht alle Unternehmen angeschlossen. Das bedeutet in der Praxis, dass Sie wahrscheinlich eine „Kanal-Mischung“ verwalten müssen: Einige Rechnungen kommen als eBill, andere weiterhin als QR-Rechnung per Post oder E-Mail.

Die Entscheidung für oder gegen eBill hängt also stark von Ihren persönlichen Gewohnheiten und der Anzahl Ihrer Rechnungen ab. Die folgende Matrix, basierend auf einer Analyse von Zahlungsoptionen in der Schweiz, kann Ihnen bei der Entscheidung helfen.

Entscheidungsmatrix: QR-Rechnung vs. eBill
Ihre Situation QR-Rechnung eBill
Wenige Rechnungen (< 5/Monat) ✓ Geeignet Weniger geeignet
Viele Rechnungen (> 10/Monat) Möglich ✓ Optimal
Physische Archivierung gewünscht ✓ Papier vorhanden PDF-Download nötig
Automatisierung erwünscht Manuelles Scannen ✓ Vollautomatisch
Kontrolle vor Zahlung ✓ Volle Kontrolle ✓ Volle Kontrolle
Datenschutzbedenken Minimal (nur Bank) SIX-Plattform involviert

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn Sie bereits E-Banking nutzen, viele Rechnungen erhalten und den Komfort der Automatisierung schätzen, ist eBill eine ausgezeichnete Ergänzung. Wenn Sie jedoch wenige Rechnungen haben, Ihre Unterlagen lieber auf Papier ablegen oder kein E-Banking nutzen, bleiben Sie mit der QR-Rechnung und den alternativen Zahlungsmethoden wie dem Zahlungsauftrag bestens bedient und behalten die volle Kontrolle.

Apple Pay oder Banklösung: Wer sammelt mehr Daten über Ihr Kaufverhalten?

Im Zuge der Digitalisierung des Zahlungsverkehrs tauchen auch mobile Zahlungsmethoden wie Apple Pay oder die Schweizer Lösung Twint immer häufiger auf. Eine berechtigte Frage dabei ist: Wer weiss was über mich, wenn ich damit bezahle? Hier gibt es einen fundamentalen technologischen Unterschied, der wichtig für das Verständnis des Datenschutzes ist.

Apple Pay setzt auf eine Technologie namens „Tokenization“. Das bedeutet, wenn Sie Ihre Kreditkarte in Apple Pay hinterlegen, wird Ihre echte Kartennummer niemals an den Händler übermittelt. Stattdessen wird für jede Transaktion eine Art einmaliger, verschlüsselter Code (ein „Token“) generiert. Der Händler sieht also nie Ihre sensiblen Daten. Apple selbst betont, nicht zu speichern, was, wo oder für wie viel Sie eingekauft haben. Die Datenhoheit bleibt stärker bei Ihnen.

Schweizer Banklösungen wie Twint funktionieren anders. Da Twint oft direkt mit Ihrem Bankkonto verknüpft ist, ist die Verbindung direkter. Die Bank, die Twint anbietet, hat naturgemäss Einblick in die Transaktionen, die über ihr System laufen. Zwar unterliegen alle Schweizer Finanzinstitute dem strengen Schweizer Datenschutzgesetz und der Aufsicht durch den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB), aber die Daten werden anders verarbeitet als bei der Tokenization-Methode.

Im Kern lässt sich sagen: Bei Apple Pay wird die Datenweitergabe an den Händler durch die Tokenization-Technologie minimiert. Bei einer direkten Banklösung hat Ihre Bank Einblick in die Transaktionsdaten, was für die Kontoführung auch notwendig ist. Beide Systeme gelten als sicher, doch die Architektur ist unterschiedlich. Es ist eine Abwägung zwischen dem Ökosystem eines globalen Tech-Konzerns (Apple), der mit Anonymität wirbt, und dem Vertrauen in Ihre lokale Schweizer Hausbank, die strengen nationalen Gesetzen unterliegt.

Wie unterschreiben und belegen Sie Ihre Steuern ohne Papierkram rechtsgültig?

Die Digitalisierung macht auch vor der Steuererklärung nicht halt. Für viele ist der jährliche „Papierkrieg“ eine Last. Die gute Nachricht ist, dass die meisten Schweizer Kantone mittlerweile eine vollständig digitale Einreichung der Steuererklärung ermöglichen, die rechtlich genauso gültig ist wie die Papierform. Dies kann den Prozess erheblich vereinfachen, insbesondere wenn es um das Sammeln von Belegen geht.

Der erste Schritt ist das kantonale Steuerportal (z.B. ZHprivateTax im Kanton Zürich, BE-Login in Bern oder VaudTax in der Waadt). Dort können Sie die Steuererklärung online ausfüllen. Um Belege wie Spendenbescheinigungen, Arztrechnungen oder Weiterbildungskosten nachzuweisen, die Sie per QR-Rechnung bezahlt haben, gibt es einen einfachen Trick: Viele E-Banking-Systeme erlauben es, Zahlungen zu kategorisieren. Wenn Sie dies das ganze Jahr über tun, können Sie am Jahresende einen PDF-Export aller relevanten Zahlungen erstellen. Dieses PDF dient als sauberer und übersichtlicher Beleg für die Steuerbehörde.

Für die rechtlich verbindliche Unterschrift ohne Stift und Papier gibt es die Qualifizierte Elektronische Signatur (QES). Dies ist die digitale Entsprechung Ihrer handschriftlichen Unterschrift und wird von zertifizierten Anbietern in der Schweiz ausgestellt. Einmal eingerichtet, können Sie damit Ihre Steuererklärung und andere offizielle Dokumente rechtsgültig digital signieren. Alle so eingereichten Dokumente und Belege sollten im PDF/A-Format archiviert werden. Dieses spezielle Format stellt sicher, dass die Dateien auch nach vielen Jahren noch lesbar und unverändert sind, was für die Revisionssicherheit entscheidend ist.

Auch hier gilt: Organisationen wie Pro Senectute bieten seit vielen Jahren wertvolle Hilfe beim Ausfüllen der Steuererklärung an, egal ob auf Papier oder digital. Wenn Sie sich unsicher fühlen, ist es immer eine gute Idee, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen, um Fehler zu vermeiden und alle möglichen Abzüge geltend zu machen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der schriftliche Zahlungsauftrag per Post an Ihre Bank ist die beste nicht-digitale und oft kostenlose Alternative zur teuren Schalterzahlung.
  • Überprüfen Sie alle alten Daueraufträge. Sie müssen mit den neuen Daten der QR-Rechnung (QR-IBAN und QR-Referenz) komplett neu erstellt werden.
  • Prüfen Sie Papierrechnungen immer physisch: Fahren Sie mit dem Fingernagel über den QR-Code, um Aufkleber zu erkennen, und achten Sie auf das Schweizer Kreuz.

Warum ist Ihr Geld auf der Bank trotz Einlagensicherung nicht zu 100% risikofrei?

Das Vertrauen in die Sicherheit des eigenen Geldes bei einer Schweizer Bank ist tief verankert. Die meisten kennen die „esisuisse“ Einlagensicherung, die Sparguthaben bis zu einem Betrag von CHF 100’000 pro Kunde und Bank im Falle eines Konkurses schützt. Dieses System hat sich bewährt und bietet eine starke Grundsicherheit. Die Krise und die anschliessende Übernahme der Credit Suisse im Jahr 2023 haben jedoch gezeigt, dass das System Grenzen hat und Risiken existieren, die über diese Sicherung hinausgehen.

Das entscheidende Stichwort lautet hier „Bail-in“. Dieses Prinzip wurde nach der Finanzkrise 2008 eingeführt, um zu verhindern, dass bei der Rettung einer systemrelevanten Bank die Steuerzahler die Kosten tragen müssen. Stattdessen werden zuerst die Eigentümer (Aktionäre) und bestimmte Gläubiger der Bank zur Kasse gebeten. Im Fall der Credit Suisse führte dies dazu, dass Besitzer von sogenannten AT1-Anleihen einen Totalverlust erlitten, während die Spareinlagen bis CHF 100’000 geschützt blieben. Dies zeigt: Je nachdem, in welcher Form Sie Ihr Geld bei einer Bank angelegt haben (Sparkonto, Anleihen, Aktien), sind die Risiken sehr unterschiedlich.

Für Privatpersonen mit Guthaben über CHF 100’000 bedeutet dies, dass eine Risikostreuung – auch Diversifikation genannt – absolut entscheidend für das Systemvertrauen ist. Sich allein auf die Einlagensicherung zu verlassen, ist für höhere Vermögen nicht ausreichend. Eine kluge Strategie zur Risikominimierung ist einfach umzusetzen:

  • Verteilen Sie Vermögen, das CHF 100’000 übersteigt, auf mehrere verschiedene Bankinstitute.
  • Kombinieren Sie dabei verschiedene Bankentypen, zum Beispiel eine Grossbank, eine Kantonalbank und eine Raiffeisenbank.
  • Nutzen Sie die zusätzliche Staatsgarantie, die viele Kantonalbanken für die bei ihnen gehaltenen Guthaben bieten.
  • Beachten Sie, dass die Limite von CHF 100’000 pro Kunde und Bank gilt, nicht pro einzelnem Konto.
  • Informieren Sie sich über die spezifischen Deckungsregeln für Gemeinschaftskonten, da diese abweichen können.

Finanzielle Sicherheit bedeutet also nicht nur, Rechnungen korrekt zu bezahlen, sondern auch, die Struktur des Finanzsystems zu verstehen und das eigene Vermögen klug zu strukturieren, um Klumpenrisiken zu vermeiden.

Die jüngsten Ereignisse haben die Bedeutung der Risikostreuung unterstrichen. Ein grundlegendes Verständnis der Einlagensicherung ist für jeden Sparer unerlässlich.

Um Ihre finanzielle Sicherheit umfassend zu gewährleisten, ist der nächste logische Schritt, die für Sie persönlich beste Zahlungsmethode zu evaluieren. Sprechen Sie mit Ihrem Bankberater oder nutzen Sie die kostenlose Beratung von Pro Senectute, um eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Lösung zu finden.

Geschrieben von Beatrice Beatrice Keller, Unabhängige Vermögensverwalterin und Finanzplanerin mit Spezialisierung auf Hypothekarstrategien und Vorsorgeanalysen. Sie verfügt über 12 Jahre Erfahrung im Private Banking bei Schweizer Grossbanken.