Die beworbene Internetgeschwindigkeit ist oft reines Marketing; die tatsächliche Leistung Ihrer Verbindung hängt vom schwächsten Glied Ihrer hauseigenen Installation ab.
- Die «letzten Meter» im Haus (WLAN, alte Kabel) sind der häufigste Engpass, nicht der Glasfaseranschluss selbst.
- Ein reaktionsschneller, lokaler Support ist im Störungsfall oft wertvoller als die maximale theoretische Geschwindigkeit.
Empfehlung: Analysieren Sie Ihre komplette «Signalkette» vom Keller bis zum Endgerät, bevor Sie sich für das teuerste Hochgeschwindigkeits-Abo entscheiden.
Die Bagger sind weg, der Glasfaseranschluss im Keller ist endlich Realität. Die Anbieter versprechen mit 10 Gbit/s eine digitale Revolution für Ihr Zuhause im Bergtal. Doch die Realität sieht oft anders aus: Der Stream im Schlafzimmer ruckelt immer noch, und der Upload für das Home-Office scheint kaum schneller als zuvor. Die Frustration ist gross, denn man hat Ihnen doch Highspeed verkauft. Die üblichen Ratschläge beschränken sich oft auf einen neuen Router oder einen teureren Tarif.
Doch was, wenn die wahre Ursache weder beim Anbieter noch direkt am Router liegt? Was, wenn die entscheidenden Faktoren in den Wänden Ihres Hauses, in den Vertragsklauseln und in der Wahl des richtigen Partners für den Störungsfall verborgen sind? Die Debatte um 10 Gbit/s ist oft eine Marketing-Nebelwand, die vom Wesentlichen ablenkt: der Qualität und Stabilität des Signals dort, wo Sie es tatsächlich nutzen. Es geht nicht nur um die Geschwindigkeit, die ins Haus kommt, sondern um die, die an Ihrem Computer, Tablet oder Smart-TV ankommt.
Dieser Artikel bricht mit den Mythen der Hochgeschwindigkeits-Werbung. Als Netzwerktechniker führe ich Sie durch die komplette Signalkette – vom Anschluss im Keller bis zum Endgerät. Wir analysieren die realen Engpässe, vergleichen die Support-Qualität lokaler und nationaler Anbieter, zeigen Lösungen für die Signalverteilung ohne Bohren auf und decken die Tücken in Verträgen auf. Ziel ist es, Ihnen die Kompetenz zu vermitteln, eine informierte Entscheidung zu treffen, die auf Ihren tatsächlichen Bedürfnissen basiert, nicht auf den Marketing-Versprechen der Telekommunikationsriesen.
In den folgenden Abschnitten finden Sie eine detaillierte Analyse der häufigsten Fragen und Probleme, mit denen Bewohner von ländlichen Gemeinden und Bergtälern konfrontiert sind. Wir werden jeden Aspekt Ihrer Internetverbindung beleuchten, um sicherzustellen, dass Sie die Leistung erhalten, für die Sie bezahlen.
Inhaltsverzeichnis: Glasfaser im Bergtal – Was wirklich zählt
- Warum ist Ihr „Glasfaser-Internet“ langsam, obwohl der Anbieter Highspeed verspricht?
- Swisscom oder lokales Elektrizitätswerk: Wer bietet den besseren Support im Störungsfall?
- Wie bringen Sie das Gigabit-Signal vom Keller ohne Bohren in den 2. Stock?
- Die Klausel zur Mindestvertragsdauer, die Sie bei Umzug teuer zu stehen kommt
- Wann schliesst Ihre Gemeinde ans Glasfasernetz an und können Sie das beeinflussen?
- Matter, ZigBee oder KNX: Welcher Standard ist in 10 Jahren noch kein Elektroschrott?
- Wie bestellen Sie den PubliCar, wenn kein fixer Fahrplan mehr existiert?
- Spart eine intelligente Heizungssteuerung wirklich 20% Energie im Altbau?
Warum ist Ihr „Glasfaser-Internet“ langsam, obwohl der Anbieter Highspeed verspricht?
Dieses Phänomen ist eine der grössten Frustrationen nach dem Wechsel auf Glasfaser. Die Antwort liegt fast immer in der «Signalkette» innerhalb Ihres Hauses. Der Anbieter liefert die versprochenen 10 Gbit/s zwar bis zur Glasfasersteckdose (OTO-Dose) im Keller oder Wohnzimmer, doch das ist nur der erste Schritt. Ab diesem Punkt wird die Kette oft durch mehrere In-House-Engpässe geschwächt. Das kann ein veraltetes Ethernet-Kabel in der Wand sein, ein leistungsschwacher WLAN-Router oder einfach die physikalische Distanz und die Bausubstanz (Stahlbeton), die das WLAN-Signal dämpfen.
Stellen Sie sich einen dicken Feuerwehrschlauch (Glasfaser) vor, der an einen dünnen Gartenschlauch (Ihr Heimnetzwerk) angeschlossen wird. Die maximale Wassermenge wird durch den engsten Teil bestimmt. Ein einzelnes Gerät wie ein Laptop oder Smartphone kann technisch selten mehr als 1 Gbit/s über WLAN oder einen Standard-Ethernet-Anschluss empfangen. Die beworbenen 10 Gbit/s sind eine Gesamtbandbreite für alle Geräte im Haushalt, keine garantierte Geschwindigkeit für ein einzelnes Gerät.
In seltenen Fällen kann das Problem auch ausserhalb Ihres Hauses liegen, wie ein Erfahrungsbericht eines iWay-Kunden zeigt. Nach dem Wechsel auf Glasfaser war die Geschwindigkeit enttäuschend. Der telefonische Support konnte das Problem jedoch schnell als eine fehlerhafte Konfiguration seitens des Netzbetreibers identifizieren und beheben. Der effektive Unterbruch für den Kunden betrug nur wenige Minuten. Dies unterstreicht, dass eine langsame Verbindung nicht immer am eigenen Netzwerk liegen muss, ein kompetenter Support aber entscheidend für eine schnelle Lösung ist.
Bevor Sie also in ein teureres Abo investieren, sollten Sie zuerst die Engpässe in Ihrem eigenen Zuhause identifizieren und beheben. Oft bringt die Optimierung des Heimnetzwerks mehr als ein Upgrade des Tarifs.
Swisscom oder lokales Elektrizitätswerk: Wer bietet den besseren Support im Störungsfall?
Diese Frage ist für Bewohner in Bergtälern von zentraler Bedeutung und oft wichtiger als der letzte Franken Ersparnis beim Monatsabo. Die Antwort ist nicht pauschal, aber die Tendenz ist klar: Bei Störungen, die eine physische Intervention vor Ort erfordern, hat der lokale Anbieter oft die Nase vorn. Ein Techniker des lokalen Elektrizitätswerks (EW) ist geografisch näher, kennt die lokale Infrastruktur und hat oft kürzere Reaktionszeiten als ein nationaler Grosskonzern, der seine Einsätze zentral plant.

Nationale Anbieter wie Swisscom, Sunrise oder Salt haben den Vorteil eines riesigen Netzwerks und oft günstigerer Preise durch Skaleneffekte. Ihr Support ist in der Regel über eine zentrale Hotline organisiert. Das kann bei komplexen, softwareseitigen Problemen effizient sein. Bei einem physischen Schaden an der Leitung in einer entlegenen Gegend kann es jedoch länger dauern, bis ein Team vor Ort ist. Die folgende Übersicht zeigt einige der nationalen Hauptakteure:
| Anbieter | Max. Geschwindigkeit | Technologie | Aktivierungskosten |
|---|---|---|---|
| Init7 | 25 Gbit/s | XGS-PON-FTTH | CHF 222 |
| Swisscom | 10 Gbit/s | GPON-FTTH | CHF 77 |
| Sunrise | 10 Gbit/s | GPON-FTTH | Standard |
| Salt | 10 Gbit/s | FTTH | Standard |
Ein lokales EW, das auch Internet anbietet, mag vielleicht nicht die absolute Spitzenbandbreite von 25 Gbit/s im Angebot haben, punktet aber mit Erreichbarkeit und Vertrauen. Der Techniker ist vielleicht sogar Ihr Nachbar. Diese Nähe schafft eine andere Service-Mentalität. Die Erfahrung vieler Kunden zeigt, dass die Qualität des Supports den entscheidenden Unterschied macht, wie auch eine Bewertung unterstreicht. Ein Kunde lobt explizit den telefonischen Support eines kleineren Anbieters:
Der telefonische Support von iWay war top: fachlich echt kompetent und das Problem konnte schnell gelöst werden
– Thangaraman P., iWay Kundenbewertung
Die Empfehlung lautet daher: Wägen Sie ab, was Ihnen wichtiger ist. Geht es um den letzten Rappen und die maximale theoretische Geschwindigkeit, sind nationale Player eine Option. Stehen jedoch Zuverlässigkeit und schnelle, unkomplizierte Hilfe im Störungsfall im Vordergrund, ist der lokale Anbieter oft die bessere Wahl für das Leben im Bergtal.
Wie bringen Sie das Gigabit-Signal vom Keller ohne Bohren in den 2. Stock?
Dies ist die technische Kernfrage für die meisten Haushalte in bestehenden Gebäuden. Die Glasfaserdose befindet sich oft im Keller oder im Erdgeschoss, aber das Home-Office oder das Multimedia-Zimmer ist im Obergeschoss. Die gute Nachricht: Sie müssen keine Wände aufreissen. Es gibt drei effektive Technologien, um das Signal zu verteilen: Powerline, Coax (TV-Kabel) und Mesh-WLAN.
Powerline-Adapter nutzen das bestehende Stromnetz des Hauses, um die Daten zu übertragen. Sie stecken einen Adapter in der Nähe des Routers ein und verbinden ihn per Ethernet-Kabel. Einen zweiten Adapter platzieren Sie im Zielraum. Moderne G.hn-Standard-Adapter erreichen Geschwindigkeiten, die für 4K-Streaming und Videokonferenzen ausreichen. Coax-Adapter (MoCA) tun dasselbe über das Antennenkabelnetz, was oft noch stabilere und schnellere Verbindungen ermöglicht, falls eine TV-Dose im Raum vorhanden ist. Die eleganteste und heute meist empfohlene Lösung ist jedoch ein Mesh-WLAN-System. Anstelle eines einzigen Routers besteht es aus mehreren Stationen (Satelliten), die im Haus verteilt werden und ein gemeinsames, starkes WLAN-Netz aufspannen. Die Geräte verbinden sich automatisch mit dem stärksten Signal, während Sie sich durchs Haus bewegen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass selbst bei einem 10 Gbit/s-Anschluss die real nutzbare Geschwindigkeit pro Gerät begrenzt ist. Eine Analyse von Sunrise zeigt, dass bei einem 10 Gbit/s Anschluss die maximal nutzbare Geschwindigkeit für alle Geräte zusammen etwa 8 Gbit/s beträgt. Ein einzelnes Gerät wird diesen Wert nie erreichen. Das Ziel ist nicht, 10 Gbit/s auf einem Laptop zu sehen, sondern stabile 200-500 Mbit/s in jeder Ecke des Hauses zu haben, was für 99% aller Anwendungen mehr als ausreichend ist.
Ihr Aktionsplan: Das Signal im Haus verteilen
- Bestandsaufnahme: Identifizieren Sie die „toten Zonen“ in Ihrem Haus, wo das WLAN-Signal schwach oder nicht vorhanden ist. Notieren Sie, wo die OTO-Dose, Telefon- und TV-Anschlüsse liegen.
- Kabel prüfen: Falls Ethernet-Kabel verlegt sind, prüfen Sie deren Standard (aufgedruckt). Alles unter Cat 5e ist ein potenzieller Engpass und sollte nicht für Gigabit-Geschwindigkeiten verwendet werden.
- Lösung evaluieren: Entscheiden Sie basierend auf Ihrer Infrastruktur: Kein Ethernet, aber Strom? Powerline. TV-Dosen verfügbar? MoCA. Grössere, offene Flächen? Mesh-WLAN ist oft die flexibelste Wahl.
- Mesh-Platzierung planen: Platzieren Sie den ersten Mesh-Knoten am Router. Den zweiten auf halbem Weg zum Zielbereich, aber mit noch gutem Empfang zum ersten Knoten (nicht in der toten Zone selbst).
- Erfolgskontrolle: Messen Sie die Geschwindigkeit (z.B. mit der App „Speedtest“) in den ehemals problematischen Zonen. Passen Sie die Position der Mesh-Satelliten bei Bedarf an, um die Abdeckung zu optimieren.
Die Investition in ein gutes Mesh-System oder Powerline-Set ist oft sinnvoller als ein teureres Internet-Abo, da es das tatsächliche Problem der Signalverteilung im Haus löst.
Die Klausel zur Mindestvertragsdauer, die Sie bei Umzug teuer zu stehen kommt
In der Euphorie über den neuen Glasfaseranschluss geht ein entscheidendes Detail oft unter: die Vertragsbindung. Viele Anbieter locken mit günstigen Einführungspreisen, binden Sie aber gleichzeitig für 12 oder sogar 24 Monate. Das mag unproblematisch erscheinen, doch gerade in einer flexiblen Gesellschaft kann ein unerwarteter Umzug – sei es beruflich oder privat – schnell teuer werden. Kann der Anbieter am neuen Wohnort keine Glasfaser liefern, pochen viele trotzdem auf die Einhaltung des Vertrags oder verlangen hohe Gebühren für eine vorzeitige Kündigung.
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass ein Umzug automatisch ein Sonderkündigungsrecht darstellt. Dies ist nur der Fall, wenn der Anbieter die vertraglich vereinbarte Leistung am neuen Wohnort nicht erbringen kann. Zieht man jedoch in ein Gebiet, das vom selben Anbieter, aber nur mit einer langsameren Technologie (z.B. Kupferkabel) versorgt wird, kann es kompliziert werden. Sie als Kunde müssen dann oft beweisen, dass die geringere Leistung für Ihre Bedürfnisse (z.B. datenintensives Home-Office) nicht ausreicht.
Achten Sie daher bei der Anbieterauswahl gezielt auf die Mindestvertragsdauer und die Kündigungsfristen. Einige kundenfreundliche Anbieter bieten flexiblere Modelle an. So gibt es beispielsweise ein Try & Buy Modell: Kunden können einen Monat kostenlos und ohne Kaufzwang testen. Erst danach beginnt eine Mindestvertragslaufzeit von 12 Monaten. Solche Angebote bieten eine wertvolle Sicherheit. Die einmaligen Aufschaltkosten sind dabei oft vernachlässigbar im Vergleich zu den potenziellen Kosten einer langen Vertragsbindung. Generell gilt: Die Kosten für den eigentlichen Glasfaser-Anschluss bis ins Haus übernimmt in der Regel der Anbieter; Sie zahlen nur die monatlichen Vertragskosten für Ihr Abo.
Lesen Sie das Kleingedruckte, bevor Sie unterschreiben. Eine kürzere Vertragslaufzeit oder ein Anbieter mit klaren, fairen Kündigungsregeln kann im Berufs- und Privatleben mehr wert sein als ein paar Franken Ersparnis pro Monat.
Wann schliesst Ihre Gemeinde ans Glasfasernetz an und können Sie das beeinflussen?
Die Frage, wann das eigene Haus oder die eigene Gemeinde an das Glasfasernetz angeschlossen wird, beschäftigt viele Bewohner ländlicher Regionen. Der Ausbau ist ein komplexes Zusammenspiel aus wirtschaftlichen Interessen der Telekommunikationsanbieter (wie Swisscom, Sunrise, Salt) und der strategischen Planung von Gemeinden und Kantonen. In der Schweiz erfolgt der Ausbau oft durch Kooperationen zwischen einem Anbieter und dem lokalen Elektrizitätswerk. Der Einfluss des Einzelnen ist begrenzt, aber nicht inexistent.

Der erste Schritt zur Einflussnahme ist Information. Sie müssen wissen, was in Ihrer Region geplant ist. Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) stellt mit dem Breitbandatlas ein nützliches Werkzeug zur Verfügung. Diese Karten zeigen die aktuelle Abdeckung mit verschiedenen Geschwindigkeiten, sind aber mit Vorsicht zu geniessen, da die Teilnahme der Netzbetreiber freiwillig ist und die Daten nicht immer tagesaktuell sind. Eine direktere Informationsquelle ist oft die Webseite Ihrer Gemeinde oder ein Anruf bei der Bauverwaltung. Dort erfahren Sie, ob und mit welchem Partner der Glasfaserausbau geplant ist.
Aktive Einflussnahme kann auf mehreren Ebenen stattfinden. Zeigen Sie Ihr Interesse! Melden Sie sich bei den potenziellen Anbietern auf deren Webseiten als interessiert an. Grosse Nachfrage in einer bestimmten Strasse oder einem Quartier kann die Priorisierung im Ausbauplan beeinflussen. Auf kommunaler Ebene können Sie sich engagieren, indem Sie an Gemeindeversammlungen teilnehmen und das Thema ansprechen. Eine gut informierte und organisierte Bevölkerung kann Druck auf die Gemeinde ausüben, den Glasfaserausbau als strategisches Ziel zu verfolgen und entsprechende Partnerschaften einzugehen.
Letztendlich ist der Glasfaserausbau eine langfristige Infrastrukturinvestition. Während der Einzelne den Zeitplan nicht diktieren kann, kann eine proaktive und gut informierte Gemeinschaft die Entwicklung durchaus positiv beeinflussen und sicherstellen, dass die eigene Region nicht digital abgehängt wird.
Matter, ZigBee oder KNX: Welcher Standard ist in 10 Jahren noch kein Elektroschrott?
Wer sein Zuhause intelligent machen möchte, steht vor einem Dschungel an Standards. Die Wahl des richtigen Systems ist entscheidend für die Zukunftssicherheit, denn niemand möchte in teure Komponenten investieren, die in wenigen Jahren nicht mehr unterstützt werden. Die drei genannten Standards – KNX, ZigBee und der neue Stern am Himmel, Matter – repräsentieren dabei drei grundlegend verschiedene Philosophien für das smarte Zuhause im Schweizer Kontext.
KNX ist der etablierte, professionelle Standard. Er ist extrem robust, sicher und dezentral – das heisst, er funktioniert auch ohne Internetverbindung. Die Installation erfordert jedoch einen Elektriker EFZ und ist mit hohen Anfangsinvestitionen verbunden. KNX ist die erste Wahl für Neubauten oder Kernsanierungen, bei denen Langlebigkeit und maximale Zuverlässigkeit im Vordergrund stehen. ZigBee (und sein Pendant Z-Wave) ist der flexible Heimwerker-Standard. Er ist kostengünstig, unzählige Geräte sind verfügbar, und die Installation ist einfach. Die Kehrseite ist eine Abhängigkeit von der Cloud des jeweiligen Herstellers und potenziellen Kompatibilitätsproblemen zwischen den Marken. Matter ist der Versuch der grossen Tech-Konzerne (Apple, Google, Amazon), diesen Wildwuchs zu beenden. Als neuer, herstellerübergreifender Standard verspricht Matter, dass Geräte verschiedener Marken nahtlos zusammenarbeiten. Er ist für Heimwerker konzipiert und hat das Potenzial, die Zukunft des Smart Homes zu sein.
Für die meisten Schweizer Haushalte, die nachrüsten, ist eine Kombination aus einem soliden Basis-WLAN und dem Matter-Standard wahrscheinlich der zukunftssicherste Weg. Ein entscheidender Baustein für die Zukunftssicherheit ist dabei der Router, wie Erfahrungen von iWay-Kunden zeigen. Der erfolgreiche Einsatz einer Fritz!Box 5530 Fiber bei einem Upgrade auf 10 Gbit/s Glasfaser belegt, wie wichtig ein leistungsfähiger und flexibler Router als zentrale Schaltstelle des Heimnetzwerks ist. Ein guter Router, der neue Standards wie Matter unterstützt, wird zur Brücke zwischen Ihrem Glasfaseranschluss und all Ihren smarten Geräten.
| Standard | Charakteristik | Installation | Zukunftssicherheit | Datenschutz |
|---|---|---|---|---|
| KNX | Professionell, robust, teuer | Elektriker EFZ erforderlich | Sehr hoch | Lokal/Schweizer Server |
| ZigBee | Flexibel, DIY, günstig | Heimwerkerfreundlich | Mittel | Cloud-basiert |
| Matter | Neuer Standard, herstellerübergreifend | Heimwerkerfreundlich | Hoch (Zukunft) | Gemischt |
Die Empfehlung ist klar: Für Neubauten mit Budget bleibt KNX der Goldstandard. Für alle anderen ist es ratsam, auf Geräte zu setzen, die bereits Matter-kompatibel sind oder ein Update versprechen. Dies bietet die grösste Flexibilität und schützt Ihre Investition am besten vor dem Schicksal des Elektroschrotts.
Wie bestellen Sie den PubliCar, wenn kein fixer Fahrplan mehr existiert?
Die Digitalisierung verändert nicht nur die Arbeit und das Zuhause, sondern auch die Mobilität in den Schweizer Bergtälern fundamental. Dienste wie PubliCar von PostAuto ersetzen starre Fahrpläne durch flexible On-Demand-Angebote. Die Bestellung erfolgt nicht mehr per Telefonanruf, sondern über eine Smartphone-App. Was auf den ersten Blick wie eine einfache Modernisierung aussieht, ist in Wahrheit eine kleine Revolution, die eine unsichtbare, aber entscheidende Voraussetzung hat: eine lückenlose und zuverlässige mobile Internetverbindung.
Ohne stabilen 4G- oder 5G-Empfang an der Haltestelle oder auf dem Wanderweg lässt sich die App nicht nutzen. Der digitale Rufbus bleibt unerreichbar. Dies verdeutlicht, wie eng die physische und die digitale Infrastruktur mittlerweile miteinander verknüpft sind. Eine gute Glasfaserversorgung im Dorf ist die eine Hälfte der Gleichung. Die andere ist ein leistungsfähiges Mobilfunknetz, das die Daten auch bis zum Endgerät bringt. Anbieter wie Sunrise betonen, dass sie durch Partnerschaften mit lokalen Elektrizitätswerken sowohl städtische als auch ländliche Gebiete besser versorgen können. Dies ist ein entscheidender Faktor für die digitale Souveränität ländlicher Gemeinden.
Die Abhängigkeit von digitalen Diensten geht über die Mobilität hinaus. Telemedizin, E-Government-Dienste der Gemeinde oder einfach die Teilnahme am sozialen Leben via Videotelefonie – all das erfordert eine robuste Internetverbindung. Die hohe Upload-Geschwindigkeit, die Glasfaser ermöglicht, wird oft unterschätzt. Sie ist aber für eine flüssige Videokommunikation im Home-Office oder beim Arztgespräch per Bildschirm genauso wichtig wie die Download-Geschwindigkeit für das Streaming eines Films. In einer Welt, in der Dienstleistungen zunehmend digital erbracht werden, ist eine stabile Internetverbindung keine Luxusfrage mehr, sondern ein unverzichtbarer Teil der Grundversorgung.
Für Bewohner von Bergtälern bedeutet dies, bei der Wahl des Internet- und Mobilfunkanbieters nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf die Netzabdeckung und die Zuverlässigkeit zu achten. Denn wenn der digitale Bus nicht bestellt werden kann, nützt der modernste Service nichts.
Das Wichtigste in Kürze
- Die reale Internet-Geschwindigkeit wird durch das schwächste Glied in Ihrem Haus bestimmt, meist WLAN oder alte Kabel.
- Ein reaktionsschneller, lokaler Support ist im Störungsfall oft wertvoller als die maximale theoretische Geschwindigkeit des Abos.
- Moderne Mesh-WLAN-Systeme sind die effektivste Lösung, um das Gigabit-Signal ohne Bohren im ganzen Haus zu verteilen.
Spart eine intelligente Heizungssteuerung wirklich 20% Energie im Altbau?
Das Versprechen, bis zu 20% oder mehr an Heizkosten zu sparen, ist verlockend, insbesondere in Altbauten mit hohem Energieverbrauch. Eine intelligente Heizungssteuerung, die jeden Raum individuell und nach Zeitplan temperiert, kann dieses Potenzial tatsächlich entfalten. Doch damit das System effizient arbeiten kann, benötigt es eine stabile und permanent verfügbare Internetverbindung. Die smarten Thermostate, Sensoren und die zentrale Steuereinheit müssen in Echtzeit miteinander und oft auch mit externen Datenquellen (wie Wettervorhersagen) kommunizieren. Ein Ausfall der Verbindung kann im schlimmsten Fall bedeuten, dass die Heizung auf eine Standardeinstellung zurückfällt oder gar nicht mehr regelbar ist.
Hier schliesst sich der Kreis zur Glasfaser. Während eine einzelne Heizungssteuerung keine 10 Gbit/s benötigt, wird die Zuverlässigkeit der Internetverbindung zum kritischen Faktor. In einem modernen Smart Home laufen viele Dienste parallel: Mehrere Personen streamen Videos in 4K, Überwachungskameras senden Daten in die Cloud, und unzählige IoT-Geräte (Internet of Things) sind online. Wie eine Analyse von Sunrise für Smart Homes zeigt, sorgt ein 10 Gbit/s-Glasfaseranschluss dafür, dass all diese Geräte gleichzeitig ohne Einschränkungen funktionieren. Die symmetrischen Upload- und Download-Geschwindigkeiten sind dabei essenziell für die Echtzeitkommunikation intelligenter Systeme.
Die grossen Investitionen in die Infrastruktur, wie die von Swisscom, die laut eigenen Angaben jährlich 1.6 Milliarden Schweizer Franken in den Netzausbau investiert, schaffen die Grundlage für solche zukunftsweisenden Anwendungen. Die 10 Gbit/s sind also weniger eine Geschwindigkeit, die man heute auf einem einzelnen Gerät benötigt, sondern vielmehr eine Investition in die Zukunftskapazität des eigenen Haushalts. Sie stellen sicher, dass die digitale Infrastruktur auch in fünf oder zehn Jahren noch in der Lage ist, eine wachsende Anzahl an smarten Geräten zuverlässig zu versorgen – von der intelligenten Heizung über das E-Auto in der Garage bis hin zu Telemedizin-Anwendungen.
Eine intelligente Heizungssteuerung kann also tatsächlich erhebliche Einsparungen bringen, aber nur, wenn das Fundament stimmt. Und dieses Fundament ist eine schnelle, aber vor allem absolut zuverlässige Glasfaserverbindung, die die Kommunikation des gesamten digitalen Ökosystems im Haus sicherstellt.